Ein Klimagerät ist kein Heizkörper – und genau darin liegt das Problem.
Immer wieder sehen wir es bei Bestandsanlagen: Ein einzelnes Klimagerät wird zentral in einem Flur, einer Halle oder einem größeren Raumverbund montiert und soll von dort aus mehrere angrenzende Räume „mitversorgen“. Die Idee dahinter ist verständlich – ein Gerät statt mehrerer, weniger Investitionskosten, weniger Installationsaufwand. In der Praxis führt dieses Vorgehen jedoch zu einem technischen Problem, das oft erst Monate später sichtbar wird: Schimmelbildung an Lüftern und luftführenden Bauteilen.
Der Vergleich, der das Problem auf den Punkt bringt
Bei einer Heizung würde niemand auf die Idee kommen, mit einem zentral platzierten Heizkörper eine ganze Etage zu beheizen. Jeder weiß intuitiv: Die Wärme kommt in den angrenzenden Räumen nicht mehr an, es wird dort schlicht nicht warm. Das Problem ist unangenehm, aber harmlos – man merkt es sofort und tauscht die Lösung aus.
Bei der Klimaanlage ist das grundlegend anders. Auch hier verteilt sich die Kälte nicht dorthin, wo sie gebraucht wird – aber zusätzlich zum reinen Leistungsproblem entsteht ein Feuchteproblem, das sich nicht durch bloßes Frieren bemerkbar macht, sondern sich unsichtbar im Gerät selbst aufbaut.
Was im Gerät tatsächlich passiert
Ein zentral montiertes Klimagerät, das mehrere Räume versorgen soll, läuft in der Regel deutlich länger als vorgesehen. Der Grund: Die Wärmelast strömt kontinuierlich aus den Nachbarräumen nach, oft sogar durch Zwangskonvektion – im Extremfall durch zusätzlich aufgestellte Ventilatoren, die die Luft aktiv zum Gerät hin bewegen sollen.
Das Resultat sind extrem lange Laufzeiten bei gleichzeitig unzureichender Kühlwirkung in den entfernteren Räumen. Für das Gerät selbst bedeutet das:
- Der Verdampfer bzw. die luftführenden Komponenten kühlen durch die permanente Beaufschlagung mit feuchter Warmluft dauerhaft stark ab
- Die Oberflächentemperatur an Lamellen, Lüfterrädern und Gehäuseteilen unterschreitet den Taupunkt der Umgebungsluft
- Es bildet sich Oberflächenkondenswasser – nicht nur am Wärmetauscher, wo es hingehört und kontrolliert abgeführt wird, sondern auch an Bauteilen, die dafür nicht ausgelegt sind
Genau hier liegt der entscheidende Unterschied zur normgerechten Auslegung: Ein korrekt dimensioniertes Klimagerät im richtigen Raum kühlt die Luft gezielt und zyklisch. Ein überlastetes, zentral platziertes Gerät kühlt dagegen nahezu durchgehend, weil es die nachströmende Wärmelast niemals „einholt“. Die Taupunktunterschreitung wird zum Dauerzustand statt zur kurzen Ausnahme.
Vom Kondenswasser zum Schimmel
Dauerhafte Feuchtigkeit an Lüftern, Gehäuseinnenseiten und luftführenden Kanälen ist ein idealer Nährboden für Schimmelpilze. Anders als am Wärmetauscher, wo Kondensat gezielt gesammelt und über die Kondensatleitung abgeführt wird, gibt es an Ventilatorflügeln, Motorgehäusen oder Luftleitblechen keine entsprechende Ableitung. Das Wasser bleibt haften, verdunstet nur langsam, und mit jedem weiteren Betriebszyklus kommt neue Feuchtigkeit hinzu.
Die Folgen sind bekannt: modriger Geruch im Luftstrom, sichtbare Verfärbungen an den Lüftungsauslässen und – gesundheitlich deutlich relevanter – eine kontinuierliche Verteilung von Sporen über die Zuluft in alle angeschlossenen Räume. Was ursprünglich als Einsparung bei der Anlagenplanung gedacht war, wird so zu einem Hygiene- und Instandhaltungsproblem, das in der Regel deutlich teurer wird als die ursprünglich vermiedene Investition.

Die technisch richtige Lösung: Ein Gerät, ein Raum
Klimageräte gehören dorthin, wo tatsächlich gekühlt werden soll – direkt in den zu klimatisierenden Raum. Nur so kann die Anlage:
- mit den vorgesehenen, kurzen Zykluszeiten arbeiten, statt im Dauerbetrieb gegen ständig nachströmende Wärmelast anzukämpfen
- die Verdampfertemperatur im normalen Betriebsfenster halten, ohne dass sich Kondensat an ungeeigneten Bauteilen bildet
- die tatsächliche Kühllast des Raums decken, statt Energie über offene Türen oder Zwangsbelüftung in Nachbarräume zu „verschenken“
Sollen mehrere Räume klimatisiert werden, ist die technisch und wirtschaftlich sinnvolle Lösung eine Multisplit- oder VRF-Anlage mit mehreren Innengeräten – ein zentraler Außenverbund, aber pro Raum ein eigenes, korrekt dimensioniertes Innengerät. Das ist keine Mehrausgabe ohne Gegenwert, sondern die Investition, die spätere Sanierungskosten durch Schimmelbefall, vorzeitigen Geräteausfall und Reklamationen zuverlässig vermeidet.
Unser Fazit aus der Praxis
Wir sehen in der Ortenau immer wieder Anlagen, bei denen genau dieses Prinzip missachtet wurde – meist aus Kostengründen bei der ursprünglichen Planung. Die Folgekosten durch Schimmelsanierung, Geräteschäden und vorzeitigen Austausch übersteigen die vermeintliche Ersparnis fast immer deutlich.
Wenn Sie unsicher sind, ob Ihre bestehende Klimaanlage richtig dimensioniert und platziert ist, oder wenn Sie bereits Geruchsbildung, Feuchteflecken oder ungewöhnlich lange Laufzeiten bemerkt haben, prüfen wir Ihre Anlage gerne vor Ort und zeigen Ihnen eine technisch saubere Lösung auf.
Lupfer & Weiß Kälte – Klima GmbH ist Ihr Ansprechpartner für Kälte- und Klimatechnik in Offenburg und der gesamten Ortenau – von der Planung über die Installation bis zum Notdienst.